Bücher im April 2026

In diesem Monat waren es 10 Bücher – das Sachbuch habe ich diesen Monat nicht mitgezählt, weil ich es nicht wirklich von vorne bis hinten durch gelesen habe. Eine üble Erkältung, bei der man eigentlich nur noch im Bett liegen und lesen kann, hilft zwar immens beim Aubbau der Bücherstapel, aber ich kann sie trotzdem nicht empfehlen.

Gelesen habe ich:

„Was sie nicht wusste“ – Nicci French
Warum sind die Protagonisten in diesen Krimis nur immer so dumm? *seufz* Diese ganze Geschichte beruht eigentlich darauf, daß eine Frau sehr dumme Entscheidungen trifft, um eine andere dumme Entscheidung zu verschleiern. Der Rest der Protagonisten ist auch nicht viel netter. Letztlich war es zwar hinreichend unterhaltend, aber vieles wirkte doch auch sehr an den Haaren herbeigezogen.

„Eisiger Dienstag“ – Nicci French
Buch 2 der Frieda-Klein-Reihe. Und der bisher interessanteste Fall, wie ich finde. Sehr gut aufgebaut und sehr in die Tiefe gehend. Die Protagonisten haben sich allerdings nicht wirklich weiterentwickelt, was sie schon etwas starr und eindimensional wirken läßt. Bei Frieda bin ich mir immer noch nicht sicher, ob ich sie mag oder nicht – sie ist einerseits so schlau und anderseits so unglaublich dumm auf eine haarsträubende Art.

„Schwarzer Mittwoch“ – Nicci French
Buch 3 der Frieda-Klein-Reihe (ja, ich möchte sie alle chronologisch lesen, um die potentielle Entwicklung der Protagonisten nachverfolgen zu können und um nicht komplexere Entwicklungen zu spoilern), und endlich ist tatsächlich eine gewisse Weiterentwicklung bei einigen der Protagonisten zu verzeichnen. Frieda allerdings … na ja. Nach diesem Buch kann ich sie grad nicht besonders gut leiden. Dafür war der Plot – oder eigentlich die Plots, denn es geht um gleich zwei Fälle – sehr gut ausgearbeitet und spannend.

„You Let Me In“ – Lucy Clarke
Hmmm … Nach „One of the Girls“ hatte ich mich wirklich auf eine weitere Geschichte von Lucy Clarke gefreut, aber so wirklich gefallen hat mir diese hier nicht. Die Geschichte kommt nur sehr langsam in Gang, es gibt viel diffuses Selbstmitleid und Überreaktionen, und eigentlich fehlt ein richtiger Abschluß. Ich fand auch keinen der Charaktere wirklich durchgehend authentisch. Interessant war es trotzdem.

„Dunkler Donnerstag“ – Nicci French
Buch 4 der Frieda-Klein-Reihe, in dem endlich, endlich Frieda als Person greifbarer wird. Auch wenn es schon ein bißchen viel Cliché ist – traumatisches Erlebnis in der Vergangenheit und so. Immerhin gibt es jetzt eine Szene, in der Frieda mal wie ein „richtiger“ Mensch reagiert, nicht immer so kontrolliert und über den Dingen stehend. Schauen wir mal, wie sie sich weiter entwickelt, ich hab ja noch vier Bücher vor mir.

„Mörderischer Freitag“ – Nicci French
Buch 5 der Frieda-Klein-Reihe und so langsam frage ich mich, wieso das Autorenduo so seltsame Charaktere zusammenklabüstert. Frieda soll so intelligent sein und agiert so unglaublich dumm in vielerlei Hinsicht, und kaum kommt sie aus einer selbstgemachten Katastrophe herausgestolpert, fällt sie direkt in die nächste. So langsam wirkt das Gesamtkonzept wirklich nur noch an den Haaren herbeigezogen. Laut Klappentext der nächsten Bücher wiederholt sich ein Großsteil der Story nur noch, und ich frage mich, ob ich mir das antun will?

„Das Rosie-Projekt“ – Graeme Simsion
Was für ein herrliches Buch! Ich liebe es einfach. Und eigentlich ist es auch immer noch ein brandaktuelles Thema: was ist eigentlich „normal“? Wie verhalten sich normale Menschen, und ist es schlimm bzw ist man weniger liebenswert, wenn man eben nicht „normal“ ist? Ich würde ja zu gerne wissen, wie Rosie und Don sich so als Eltern machen …

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Gehört habe ich:

„The Wrong Sister“ – Claire Douglas
Sagen wir mal so: es fing besser an, als es aufhörte. Der Anfang war interessant und spannungsgeladen, aber leider hält der Spannungsbogen nicht an, zum Ende hin flacht er sehr ab, und auch die diversen Plot Twists waren eher vorhersehbar. Einige Informationen kamen schlicht zu früh, andere wirkten willkürlich herangezogen, und alles in allem habe ich den Eindruck, die Autorin wußte selber nicht so recht, worauf sie eigentlich hinauswollte. Die Aufklärung war ein bißchen sehr „ja-ha, suuuuuper realistisch, passiert ja jeden Tag“.

„Welcome to Seabury“ – Beth Rain
Die Geschichte ansich ist unterhaltsam genug, die Charaktere nett und sympathisch (mit der obligatorischen Mieseliese dazwischen, weil man auch in einem Cosy ein Hassobjekt braucht), wenn auch ohne besondere Höhen und Tiefen. Die Sprecherin variiert leider nur marginal zwischen den verschiedenen Protagonisten, was es manchmal schon erschwert, den Dialogen zu folgen. Was ich aber wirklich hasse: Cliffhanger. Grad als es spannend wird, ist leider das Buch aus und man muß die Folgebücher der Reihe hören, wenn man mehr erfahren möchte. Nope. Danke. Bin dann raus.

„The Hangman“ – Louise Penny
Teil 6.5 der Gamache-Reihe. Halb weil „nur“ eine Kurzgeschichte, aber mit all den wichtigen Charakteristika eines „ganzen“ Gamache-Romans. Der Plot interessant mit unerwartetem Ausgang, Gamache einfühlsam und intelligent wie immer, und alle anderen Charaktere, die die Reihe so besonders machen, sind auch dabei.

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Sachbücher:

„Knitting from the Top“ – Barbara Walker
Wie gut, daß ich mir vor Jahren mal dieses Buch geleistet habe. So hatte ich es jetzt griffbereit, um endlich mal die Sattelschulter zu lernen. Bis ich dazu komme, einen Pulli mit Sattelschulter zu stricken, wird es zwar noch dauern, aber zumindest theoretisch weiß ich jetzt, wie es geht. So ungefähr.

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Abgebrochen habe ich drei Hörbücher, eins wegen exzessiver F-Bomben gleich in den ersten drei Minuten und eins, weil es der dritte Teil einer Reihe ist und ein ganzer Schwung Hintergrundinfo zu den Protagonisten fehlt. Und eins, weil ich finde, Reinkarnation sollte zu den dirty tricks in Kriminalromanen gehören (du schreibst deinen eigenen Mordfall, kannst ihn aber nur aufklären, wenn deine Protagonisten seelenwandern?). Ein Ebook, mit dem ich auch absolut nicht warm wurde, habe ich nach dem zweiten Kapitel aufgegeben. Lohnt ja nicht.

Der Mai beginnt mit Sonne satt, das schreit ja eigentlich nach Gartenbüchern. Andererseits möchte ich mich auch meiner neu wiederentdeckten Liebe widmen, den Reiseführern. Außerdem habe ich mir wieder ein Readly-Abo gegönnt und so viele lehrreiche Artikel entdeckt. Ganz zu schweigen von den zwei Wäschekörben voller Reader’s Digest, die ich vor einiger Zeit geschenkt bekommen habe und die auch noch gelesen oder zumindest gesichtet werden wollen. Mit anderen Worten: Lesematerial hätte ich genug, aber weiß jemand, wo ich Zeit her bekomme?

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