Und sie wird immer bunter. Ich häkle mit zwei Fäden Sockenwolle und bemühe mich, immer nur einen zu tauschen, sodaß sich viele neue Kombinationen ergeben. Gelegentlich denke ich mal „ob das zusammenpasst?“, aber irgendwie ergibt es sich immer, und am Ende bleibt eh nur ein bunter Flimmer auf der Netzhaut zurück.
Es stellte sich als erstaunlich schwierig heraus, die verschiedenen Farben festzuhalten, weil ich selber nicht mehr wußte, welche Teile ich nun eigentlich schon fotografiert hatte. Die Decke ist auf jeden Fall genau das richtige Projekt für Fernsehabende. Ich fürchte, meine anderen WIPs werden wohl warten müssen.
Der Tag begann mit Kopfweh der Sorte, die für zwei Leute reichen würde. Ein mindless Projekt mußte her. Aber zuerst:
Mohnschnecken, gebacken nach diesem Rezept für Zimtschnecken, nur halt mit Mohn gefüllt statt mit Zimt. Und statt in der Springform als Einzelschnecken. Bewaffnet mit Gebäck und Kaffee war es dann Zeit für ein neues Projekt. Ja, ich weiß, ich wollte erst WIPs abarbeiten … aber mein Kopf wollte weder verschränkte Maschen noch Lacemuster zählen noch Abnahmen ausrechnen für Ärmel. Mein Kopf wollte bitte was ganz simples, einfach nur Masche nach Masche, ohne Schnörkel und vor allem ohne Mathe. Ergo:
Irgendwie müssen ja auch die ganzen Sockenwollereste mal weg, in diesem Fall zweifädig mit Häkelnadel 4.5 mm und einfach gestreift in Stäbchen. So einfach, so bunt, so lustig, und ich liebe alles daran. ♥ Jetzt grüble ich nur, was ich dringender brauche – Pulli oder Decke?
Angefangen habe ich sie am 22. Dezember 2019, unserem 30. Hochzeitstag. Der Plan waren 360 Squares, einer für jeden Monat unserer Ehe. Allerdings stellte sich schnell heraus, daß die Decke dann einfach nicht groß genug werden würde zum gemeinsamen Drunterkuscheln. Bummer. Und dann noch die gefühlt Millionen Fäden zu vernähen… Jedenfalls lag sie dann erstmal herum, schön warm eingepackt. Jetzt habe ich sie wieder vorgeholt.
Sie gefällt mir einfach so gut, all die vielen bunten Granny Squares. Von den vielen Fäden reden wir jetzt einfach mal nicht und konzentrieren uns lieber auf …
… all die bunten Kreise für die nächsten Squares. Am Ende soll dann eine Tagesdecke fürs Bett daraus werden. In fünf Jahren geht mein Mann in Rente, bis dahin werde ich sie dann doch hoffentlich fertig haben.
Vor Jahren habe ich mir ein Yarn Kit für den „Spicier Life CAL“ von Cherryheart Sandra Paul gekauft. Ich mochte die Farben einfach so gerne, mußte aber leider feststellen, daß die Decke nichts für mich ist, weil sie an den Rändern einfach total krumm wird durch den Mustermix (ja, ich hasse sowas und kann damit absolut nicht leben, auch wenn die Decke ansich mir immer noch super gefällt). Seitdem habe ich die Wolle hier herumliegen und überlege, was ich damit machen könnte. Irgendwie hat mir aber keins der Pattern, die ich ausprobiert habe, gefallen.
Letztens habe ich mal wieder in meinen Häkelbüchern geblättert und bin bei „200 Crochet Blocks“ von Jan Easton gelandet. Eigentlich ging es um Inspiration für ein ganz anderes Projekt, aber dann machte es „klick“ und jetzt gibt es halt Häkel-Schoki. Normalerweise mag ich ja lieber JAYG-Squares, aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme und häkle dunkle Schoki, bis die dunkelbraune Wolle alle ist. Und wenn dann noch bunte übrig ist, häkle ich einfach mit einer anderen Gitterfarbe weiter. Bin ja mal gespannt, ob ich diese ganze Wolle endlich mal wegbekomme…
Ein standesgemäßes Zuhause für meine Wolle – ein Wollkorb. Gehäkelt aus Sockenwolleresten, genauer aus vier nicht so ganz dolle geliebten Knäueln (weiß, weiß mit Sprenkel, fröhliches Anthrazit und lebendiges Mittelgrau), die zu sonst nichts passen wollten, und diversen kleineren Resten aus weiteren Rebellen. Ich habe siebenfädig mit Häkelnadel 8mm gehäkelt, nur feste Maschen in Spirale. Im Nachhinein denke ich, vielleicht hätte ich tatsächlich eine Nadelstärke runter gehen können, damit es noch fester wird und die Seiten mehr Stand haben. aber alles in allem bin ich durchaus zufrieden.
Die Henkel sind mehr zur Zierde, ich hätte doch Angst, daß sie abreißen, wenn ich den vollen Korb daran herumtrage. Das Leder habe ich mal in der Arbeit mitnehmen dürfen, es war ein Rest von einem Auftrag. Mir hat das Rot einfach so gut zu dem eher monochromen Korb gefallen.
Es paßt ordentlich was rein in meinen neuen Korb. Ich habe die Knäuel nicht gezählt, aber Ich habe alle untergebracht, die in zwei verschiedenen Taschen herumlagen, und das macht mich jetzt schon ein bißchen stolz.
Oben drauf mein angefangener und bald fertiger RVO aus Baumwolle. Eigentlich wäre er schon längst fertig, aber während der heißen Hundstage hat es mich dann doch nicht so an einen Herbstpulli gezogen. Stattdessen habe ich an einem anderen Projekt gearbeitet, das ich euch demnächst zeige. Da ist nämlich grad Halbzeit.