Kushel Pullover

Kushel Pullover
Kushel Pullover

Ich bin eigentlich nicht so ein Häkelprofi, aber dieses Muster geht tatsächlich sehr einfach und schnell. Ein bißchen Kopfzerbrechen hatte mir die japanische Anleitung gemacht, aber dank Übersetzungshilfe und einer Seite mit den gängigsten japanischen Häkelsymbolen habe ich mir das irgendwie zusammenklabüstern können. Ich mache den Pulli natürlich viel weiter als im Original, weil ich eben keine japanische Elfe bin (und auch keine Zwölfe, mehr so bei Vierzehn oder Fünfzehn). Da der Pulli aber quer gestrickt wird, ist er sehr einfach auf meine Größe anzupassen.

Die Wolle ist Seidana von Junghans Wolle, und ich häkle mit 2.5 mm.

Der Pulli ist das erste Teil für den 2026 Four Seasons Capsule KAL

2026 Four Seasons Capsule KAL

2026 Four Seasons Capsule KAL

Schon lustig, wie manchmal alles zusammenpasst … Ich hatte mir ja für dieses Jahr vorgenommen, mich doch mal ein bißchen intensiver mit der Idee einer Capsule Wardrobe zu befassen, und prompt las ich bei Ravelry über eine neu gegründete Group Capsule Wardrobe Makers. Es ist schon sehr spannend zu lesen, wie andere an das Thema herangehen, was eine Caspule Wardrobe für sie jeweils ausmacht, und was für Patterns und Farben sie empfehlen. Gleich zum Einstieg gibt es einen KAL:

2026 Four Seasons Capsule KAL

Also eigentlich wollte ich ja keine KALs mehr mitmachen, weil Deadlines und so, aber dieser hier geht das ganze Jahr, genauer gesagt bis ins nächste Jahr hinein, und die Deadlines sind sehr großzügig bemessen, und ich wollte ja sowieso stricken und häkeln. Folgende Anleitungen habe ich mir ausgesucht:

Frühling: Kushel Pullover von Pierrot Ein schlichter, gehäkelter Pulli mit interessantem, aber nicht so schwierigem Muster. Ich arbeite zum ersten Mal nach einer japanischen Anleitungen und muß natürlich auch die Größe anpassen, aber auch dafür gibt es sehr gute Anleitungen im Netz, und ich freue mich ehrlich gesagt auf die Herausforderung. Das wäre, wenn es denn alles klappt, mein erstes komplett gehäkeltes Kleidungsstück.

Sommer: Evanesce Shawl von Lisa Hounshell Das Tuch besteht aus Hexagons aus Dreiecken, die Dreiecke werden im Verlauf immer kleiner, sodaß sich die Illusion eines Farbverlaufs ergibt. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.

Herbst: Tatania von Berrocco oder zumindest etwas ähnliches. Die Originalanleitung ist nicht mehr verfügbar, aber so sehr kompliziert ist das Teil ja nun nicht. Mir gefällt einfach die Konstruktion, aber ich denke, ich würde es etwas weniger körperbetont arbeiten.

Winter: Zopfmusterpulli aus der Rebecca 32 Den habe ich vor -zig Jahren schon mal gestrickt, aber leider liegen dazwischen nicht nur einige Jahre, sondern auch einige Kilo, deshalb muß er nochmal her. Wir werden sehen, ob ich den Pulli vergrößere (im Original geht er nur bis Gr. 42) oder mich verkleinere, aber stricken muß ich ihn einfach noch mal.

Parallel zum KAL möchte ich natürlich auch noch nähen, schließlich soll ja am Ende eine ganze Garderobe entstehen aus lauter gut zueinander passenden Einzelteilen. Ich werde versuchen, so viel Wolle und Stoff wie möglich aus meinem Vorrat zu verwenden, aber ein bißchen was werde ich wohl zukaufen müssen. (Ja, ich versuche gerade, so zu schauen, als wäre mir so eine Shoppingtour komplett zuwider, und nein, Schatz glaubt mir das total genau überhaupt nicht, aber den Versuch war es wert.)

Die Capsule Wardrobe Idee

Die Capsule Wardrobe Idee

Wie bin ich eigentlich auf die Idee mit der Capsule Wardrobe gekommen? Ich neige ja jetzt generell eher nicht so zum Minimalismus und käme nie im Leben mit nur zwei Jeans, einem Rock und einem Kleid aus. Also mit zwei Jeans vielleicht schon, die trage ich ja eigentlich nur noch zur Arbeit, aber sonst? Darf’s doch gerne ein bißchen mehr sein.

Letztes Jahr mußte ich ein bißchen ausmisten im Vorratslager, weil Motten. Und dabei ist mir aufgefallen, ich habe eigentlich zu jedem Stoff und jeder Wolle eine genaue Vorstellung, was ich daraus machen will – nur leider passen die fertigen Stücke untereinander dann nicht so recht zusammen. Bei Kleidern kein Thema, die sind ja sozusagen Solitäre per se, aber wenn ich mir schon die Mühe mache, meine Kleidung zu nähen (ja, es ist ein Hobby, aber es steckt trotzdem Arbeit drin, und ein bißchen Geld auch), dann hätte ich schon gerne Sachen, die ich zusammen anziehen kann, ohne auszusehen wie entweder rückwärts durch die Hecke gekrochen oder wie Papagei auf Landgang. Ich hab’s nämlich nicht so mit neutralen Farben – Dunkelblau finde ich fürchterlich, Schwarz geht nur in Ausnahmefällen, Weiß trage ich so gut wie nie, und Grau kann ich langsam nicht mehr sehen. Ich mag Türkis. Ich mag Lime. Ich mag Zitronengelb. Ich mag Pink. Und manchmal mag ich auch Orange. Also im Sommer. Da mag ich laute, kräftige Farben. Im Winter mag ich dann doch eher abgetönte Farben. Dunkles Altrosa. Burgunderrot. Greige. Goldgrün. Farben, in die ich mich so richtig einkuscheln kann. Die mich warm halten. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine Capsule Wardrobe, die ja eigentlich darauf aufbaut, eine neutrale, zentrale Farbe zu haben, die man dann mit allen anderen kombinieren kann.

Und dann hab ich das Foto gesehen. Und war ganz aufgeregt, weil Braun + Türkis = ♥, und Braun und diverse andere Farben = ♥. Nur Braun und Pink … na ja … Aber Pink geht mit Beige. Mit dezentem Hellblau. Das geht wiederum auch mit Braun. Und voila …

Die nächste Station war Pinterest, ich hatte eh schon ein Board für Colour Inspiration, und das ist sehr gewachsen in letzter Zeit. Und dann habe ich mich hingesetzt und mal „meine“ Farben aus den vielen Bildern rausgezogen. Nur um mal eine Referenz zu haben, wenn ich Stoffe oder Wolle kaufen gehe. Meine zwei Hauptfarben (ja, zwei – wie gesagt, ich hab’s nicht so mit Minimalismus) sind natürlich Braun und Türkis plus Nuancen:

Die Capsule Wardrobe Idee

Damit es nicht so langweilig wird, gibt es natürlich noch Begleitfarben dazu:

Natürlich ist das nur eine Auswahl. Es fehlt zum Beispiel noch ein schönes Goldgrün, pink ist hier gar nicht vertreten, was daran liegt, daß ich einfach keine schönen Farbbeispiele gefunden habe. Im Großen und Ganzen läßt sich aber schon ganz gut erkennen, wo ich farblich hinwill – und mal abgesehen von dem Spaß, den ich beim Suchen und Finden hatte, habe ich auch gleich wieder neue Ideen entwickelt, sowohl für vorhandene Stoffe als auch für Stoffe, nach denen ich gezielt suchen möchte.

Was die Schnitte angeht, ist es wesentlich leichter. Weite, luftige Hosen für den Sommer, bequeme Hosen für den Winter, Cordröcke fürs ganze Jahr, Trägerkleider zum Layering, Basic Shirts und dazu die eine oder andere Bluse. Ich mag klare Linien und gerade Schnitte. Besonders gefallen mir immer wieder die japanischen Kleider und Hosen (wobei ich jetzt natürlich nur nach den Handarbeitsbüchern und dem einen oder anderen Modefoto urteilen kann), ein bißchen oversized und generell alles so angelegt, daß es unter- und übereinander paßt. Die Schnittmuster, die ich mir in den letzten zwei Jahren gekauft habe, hatte ich schon entsprechend ausgesucht.

Ich glaub, ich geh dann mal nähen. Oder doch erst stricken?