Im Juni waren es 15 Bücher, und ich bin selber ganz erstaunt. Eigentlich war der Juni vollgepackt mit Terminen, aber dank Sommergrippe und Asthma mußte ich die meisten absagen und konnte nur im Bett liegen und lesen. Da läppern sich die Seiten dann natürlich schnell. Außerdem habe ich ein kostenloses Probeabo für Kindle Unlimited bekommen, das hat geholfen, ein paar Sachbücher durchzulesen, die ich schon länger auf der Liste hatte.
Gelesen habe ich:
„Doktor Maxwells winterliches Zeitgeschenk“ – Jodi Taylor
Eine der Kurzgeschichten aus der Reihe, die immer zu Weihnachten zwischen zwei „ganzen“ Büchern herauskamen. Ich kenne ziemlich alle Geschichten, weil ich die Bücher als Hörbücher habe und es die Kurzgeschichten dazwischen eine Zeitlang bei Audible kostenlos zu hören gab. Auf Deutsch sind sie leider irgendwie nicht ganz so gut wie auf Englisch, vielleicht weil dieser spezielle Humor doch sehr britsch ist.
„Scared to Death“ – Rachel Amphlett
Buch 1 aus der Kay-Hunter-Reihe, und die anderen Bände gibt es aktuell nicht in meiner Bibliothek. Die Geschichte war hinreichend spannend, aber ein paar Kleinigkeiten haben mich dann doch gestört. Sollte die Bibliothek die anderen Bände noch bekommen, würde ich sie lesen, aber zum Kaufen wäre mir dieser Band dann doch nicht interessant genug.
„The Penford Manor Murders“ – Fiona Veitch Smith
Ein weiterer Krimi aus dem „goldenen Zeitalter“ zwischen den Weltkriegen, Band 4 aus der Clara-Vale-Reihe. Ein bißchen unrealistisch ist die Hauptfigur schon, sie ist total unerschrocken, kann alles, weiß alles … Und ein bißchen viel von der Handlung erinnert mich an die Bücher von Carola Dunn. Aber alles in allem sehr unterhaltsam. Es gibt noch eine weitere Serie derselben Autorin, mit der Journalistin Poppy Denby als Hauptfigur, die in den 1920ern spielt. Alles in allem sind es gut geschriebene und durchdachte Krimis mit interessanten Charakteren.
„Der achte Tag“ – Nicci French
Das letzte Buch der Frieda-Klein-Reihe, und ehrlich gesagt, bin ich enttäuscht. Es gab keinen raffinierten Mordfall mehr, auch keinen aufregenden Showdown (auf den ja eigentlich das letzte Buch so stark hindeutete), stattdessen einmal mehr eine Protagonistin, die offensichtlich unfähig ist, etwas zu empfinden, sich zu ärgern oder sogar wütend zu werden, und die stattdessen übertrieben mitfühlend und verständnisvoll alles verzeiht. Darüber hinaus noch ein paar Beschreibungen der diversen Protagonisten, ein paar viel zuviele Remineszenzen an die vergangenen Bücher, und dann war es auch schon aus. Und letztlich war nichts an dem eigentlichen Ausgang überraschend. Aber immerhin, ich habe die Reihe durch.
„Tod in Biarritz“ – Gillian Linscott
Sagen wir mal so – ich hab’s zuende gelesen, wenn auch überwiegend quer. Die Charaktere sind eigentlich durch die Bank weg nicht übermäßig sympathisch, aber auf einem mittelmäßigen Level. Niemand ist so richtig fies, niemand richtig nett, und die Hauptfigur Nell finde ich sehr selbstzufrieden und von sich überzeugt. Von der Autorin möchte ich dann lieber nichts mehr lesen.
„Das kleine Cottage in Yorkshire“ – Carole Matthews
Dieses Buch ist absoluter Schwachsinn. Es fängt noch interessant an, aber danach häuft sich Dummheit auf Dummheit, keiner der Charaktere handelt auch nur ansatzweise realistisch, und alles – von der Charakter“entwicklung“ (ja, absichtlich in Anführungszeichen) bis zum „Humor“ – wird mit der Brechstange reingewürgt. Und nein, ein Hund, der alles zerstört und / oder frisst und sogar Handys verschluckt, ist nicht lustig. Noch dazu hat der Verlag Dotbooks da einen ziemlichen Bock geschossen, denn das Buch hört mit Kapitel 69 extrem abrupt auf, völlig aus dem Kontext und ohne einen Abschluss der Geschichte. Ich hoffe, es kauft niemand dieses Buch und schmeißt sein Geld zum Fenster raus.
„Death at the Tower of London“ – Emma Goodwyn
Ich kenne diese Serie schon, hatte aber bisher immer die deutschen Übersetzungen gelesen. Von der englischen Ausgabe bin ich tatsächlich etwas enttäuscht – sehr schlecht lektoriert, teilweise fehlen Wörter, Sätze enden im Nirgendwo, gelegentlich scheint die Autokarotte zugeschlagen zu haben (illumination statt illuminated, und ja, ich hatte Fragen). Die Geschichte selber schwankt zwischen Cosy und Drama, zwischen Familiengeschichte und Krimi, aber die Charaktere sind alle liebevoll individuell und teils very british.
„Opferschuld“ – Ann Cleeves
Vielleicht nicht unbedingt der spannendste Vera-Fall, aber einer mit viel Tiefe, mit sehr individuellen Charakteren und viel emotionaler Varietät. Ich kannte das Buch schon, aber schön, es nochmal gelesen zu haben.
„Totenblüte“ – Ann Cleeves
Band 1 der Vera-Stanhope-Reihe, und ein interessanter und nicht so ganz geradliniger Fall. Ich kannte auch dieses Buch schon, aber wenn ich schon die Gelegenheit habe, kann ich ja ruhig die ganze Reihe nochmal durchlesen.
~ • ~ • ~ • ~
Gehört habe ich:
„The Undomestic Goddess“ – Sophie Kinsella
Streckenweise habe ich laut gelacht. Aber streckenweise hätte ich der Hauptfigur Samantha auch ganz gerne ordentlich die Leviten gelesen, denn wie kann eine Anwältin so dämlich sein? Und damit meine ich nicht die nicht vorhandenen hausfraulichen Qualitäten. Die Entwicklung und der Ausgang der Geschichte waren – wie erwartet – doch sehr vorhersehbar, aber alles in allem war es gute Unterhaltung beim Putzen.
„Adventures with a Yorkshire Vet – Lambing Time“ – Julian Norton
Es war durchaus unterhaltsam, aber es reicht bei weitem nicht an James Herriots Bücher heran. Norton fehlt diese tiefe Liebe zu den Yorkshire Dales und den Tieren, die bei Herriot in so ziemlich jedem Satz spürbar ist, und ehrlich gesagt klingt bei Norton manches abgeschrieben oder allzu geschäftsmäßig. Natürlich liegen so einige Jahrzehnte zwischen den beiden Tierärzten, das mag auch eine Rolle spielen.
~ • ~ • ~ • ~
Sachbücher:
„Die große Häkelschule“ – Heidi Fuchs, Maria Natter
Bisher habe ich fast nur Decken gehäkelt, und das möchte ich gerne ändern. Deshalb habe ich beschlossen, mich doch nochmal gründlich mit dem Thema zu befassen und dazuzulernen. Das Buch ist sehr umfangreich, aber leider sind auch ein paar dicke Fehler drin, die einen Anfänger tatsächlich aus dem Konzept bringen könnten.
„Granny Squares mit Stil“ – Shelley Husband
Häkeln bleibt offensichtlich mein Thema im Juni. Dieses Buch ist nicht schlecht, aber vom Hocker gehauen hat es mich auch nicht gerade. Einige der Squares wirken ein bißchen unfertig und nicht so wirklich professionell ausgeführt, und mindestens zwei haben doch eine verblüffende Ähnlichkeit mit Squares aus Jan Eatons Buch. Für jemand, der den Ehrgeiz hat, sämtliche Granny Squares der Welt zu sammeln, mag es aber eine Alternative sein.
„The Granny Square Book“ – Margaret Hubert
In diesem Buch sind ein paar wirklich hübsche Squares drin, vor allem jede Menge Blümekens (für den, der’s mag). Besonders positiv aufgefallen ist mir der kurze Anleitungsteil gleich am Anfang, mit wirklich klaren Fotos, auf denen gut zu erkennen ist, wie welcher Stitch ausgeführt wird. Gerade bei so Sachen wie Bullion Stitch finde ich das viel besser als Zeichnungen. Jeder Square kommt sowohl mit Chart als auch mit geschriebener Anleitung. Und auch der Projekt-Teil ist interessant, denn es geht nicht nur um Decken und / oder Kissen.
„Wunderschöne Häkeldecken“ – Leonie Morgan
Jo. Das ist genau mein Geschmack. Von Knallbunt bis Pastell ist alles drin, es gibt Granny Square Decken ebenso wie in Reihen gehäkelte, und einige sind schon ein bißchen „außer der Reihe“. Die Namen sind natürlich auch besonders – Blubberblasenblau, anyone? Blümekens gibt es auch, wer’s mag. Spontan hätte ich direkt Lust, mindestens vier dieser Decken anzufangen.
~ • ~ • ~ • ~
Im Juli geht es auf jeden Fall weiter mit Vera Stanhope und mit Sachbüchern. Ich habe einen ganzen Stapel Quiltbücher ausgeliehen, auf die ich mich schon sehr freue, und ein paar Bücher zu verschiedenen Techniken, die mich schon länger interessieren.