Vor Jahren habe ich mir ein Yarn Kit für den „Spicier Life CAL“ von Cherryheart Sandra Paul gekauft. Ich mochte die Farben einfach so gerne, mußte aber leider feststellen, daß die Decke nichts für mich ist, weil sie an den Rändern einfach total krumm wird durch den Mustermix (ja, ich hasse sowas und kann damit absolut nicht leben, auch wenn die Decke ansich mir immer noch super gefällt). Seitdem habe ich die Wolle hier herumliegen und überlege, was ich damit machen könnte. Irgendwie hat mir aber keins der Pattern, die ich ausprobiert habe, gefallen.
Letztens habe ich mal wieder in meinen Häkelbüchern geblättert und bin bei „200 Crochet Blocks“ von Jan Easton gelandet. Eigentlich ging es um Inspiration für ein ganz anderes Projekt, aber dann machte es „klick“ und jetzt gibt es halt Häkel-Schoki. Normalerweise mag ich ja lieber JAYG-Squares, aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme und häkle dunkle Schoki, bis die dunkelbraune Wolle alle ist. Und wenn dann noch bunte übrig ist, häkle ich einfach mit einer anderen Gitterfarbe weiter. Bin ja mal gespannt, ob ich diese ganze Wolle endlich mal wegbekomme…
Wenn es doch schnell gehen mußte … Ich brauchte wollte gerne ein neues Kleid für eine Zusammenkunft, deshalb habe ich nochmal auf die Milly von Fadenkäfer zurückgegriffen. Diesmal aus einem gut abgelagerten, leichten Baumwolljersey, vor Jahren bei Buttinette erstanden und für „was besonderes“ aufgehoben. Komisch, wie man immer wieder Stoffe „für besonders“ aufhebt, statt einfach was draus zu machen und sich bei jedem Tragen neu zu freuen … Egal. Eigentlich hatte ich tatsächlich noch eine andere Idee für den Stoff, aber da hätte ich erst noch Schnitt kleben, Begleitstoff aussuchen und anpassen müssen, und dazu war ich zu ungeduldig.
Was ich an der Milly so mag, ist der leicht schwingende Rock, einfach genau richtig für ein Sommerkleid. Was ich nicht so mag, ist jedes Mal rumtüddeln mit dem Halsbündchen. Eigentlich ist ein Tunnelzug vorgesehen, der aber nicht zu diesem Stoff gepasst hätte – und auch nicht zu dem Anlass, zu dem ich das Kleid tragen wollte – und natürlich habe ich nie passenden Bündchenstoff im Haus. Ich habe es auch diesmal wieder hinbekommen, ein Bündchen aus dem Kleiderstoff anzunähen, indem ich den Streifen für den Tunnelzug einfach um etwa 3 cm gekürzt und zum Schlauch zusammengenäht habe. Demnächst möchte ich allerdings mal einen Beleg ausprobieren, das stelle ich mir ordentlicher vor. Genäht habe ich wieder in Größe 46, so fällt sie einfach weicher um meine Kurven herum.
Und natürlich wieder mit Wellensaum, der paßt einfach so gut zu diesem Kleid, finde ich. Außerdem ist er so schön meditativ zu nähen, genau das richtige nach dem Kampf mit dem Halsbündchen. (Der Saum ist nicht so schief, wie es auf dem Bild aussieht, meine Sophie stand nur ungerade.)
Für den leichten Stoff natürlich mit kurzen Ärmeln, ich habe eine farblich gut passende leichte Strickjacke dazu für kühle Morgen- und / oder Abendstunden.
Milly 2 war in tatsächlich in zwei Tagen zugeschnitten und genäht, und diesmal habe ich alles bis auf die Säume mit der Overlock genäht. Ohne mich selber loben zu wollen, muß ich doch sagen, ich bekomme langsam etwas mehr Routine mit der Ovi und auch mit dem Kleidung nähen allgemein. Und ich habe mit diesem Stoff tatsächlich schon zum zweiten Mal ein lange gehütetes Schätzchen verarbeitet.
Ein standesgemäßes Zuhause für meine Wolle – ein Wollkorb. Gehäkelt aus Sockenwolleresten, genauer aus vier nicht so ganz dolle geliebten Knäueln (weiß, weiß mit Sprenkel, fröhliches Anthrazit und lebendiges Mittelgrau), die zu sonst nichts passen wollten, und diversen kleineren Resten aus weiteren Rebellen. Ich habe siebenfädig mit Häkelnadel 8mm gehäkelt, nur feste Maschen in Spirale. Im Nachhinein denke ich, vielleicht hätte ich tatsächlich eine Nadelstärke runter gehen können, damit es noch fester wird und die Seiten mehr Stand haben. aber alles in allem bin ich durchaus zufrieden.
Die Henkel sind mehr zur Zierde, ich hätte doch Angst, daß sie abreißen, wenn ich den vollen Korb daran herumtrage. Das Leder habe ich mal in der Arbeit mitnehmen dürfen, es war ein Rest von einem Auftrag. Mir hat das Rot einfach so gut zu dem eher monochromen Korb gefallen.
Es paßt ordentlich was rein in meinen neuen Korb. Ich habe die Knäuel nicht gezählt, aber Ich habe alle untergebracht, die in zwei verschiedenen Taschen herumlagen, und das macht mich jetzt schon ein bißchen stolz.
Oben drauf mein angefangener und bald fertiger RVO aus Baumwolle. Eigentlich wäre er schon längst fertig, aber während der heißen Hundstage hat es mich dann doch nicht so an einen Herbstpulli gezogen. Stattdessen habe ich an einem anderen Projekt gearbeitet, das ich euch demnächst zeige. Da ist nämlich grad Halbzeit.
Die zweite Amelie (Ebook von Fadenkäfer) ist 2023 aus einem Baumwolljersey von Tedox entstanden, wieder mit langen Ärmeln und wieder ohne Anpassungen. Ich brauchte schnell ein neues Kleid und wußte, dieser Schnitt passt sofort.
Dieser Stoff ist ein bißchen fester als der blaue, aus dem ich die erste Amelie genäht hatte, aber er fällt trotzdem sehr schön und trägt sich sehr angenehm. Kurz vor dem Nähen hatte ich meine Overlock bekommen und habe die Nähte alle schön versäubern können, was mir einfach gut gefällt.
Das soll jetzt aber erstmal die letzte Amelie gewesen sein, ich habe noch so viele andere schöne Schnitte, die ich unbedingt ausprobieren möchte. Ich bin aber nach wie vor begeistert von dem Schnitt und der Passform.
Das erste Kleid in 2024 ist eine Milly (Ebook von Fadenkäfer). Sie hat mich ein klein bißchen Nerven gekostet, aber ich mag sie trotzdem. Der Stoff ist ein bi-elastischer Viskose-Jersey, schön leicht und fließend, einfach perfekt für ein Frühlingskleid, und leider weiß ich nicht mehr, woher ich ihn habe, denn so einen hätte ich gerne noch öfter. Er hat sich schön vernähen lassen, obwohl er so elastisch und etwas rutschig ist.
Einen so rutschigen Stoff, der sich zwar schön bügeln lässt, aber im Saum nicht freiwillig umgeklappt bleibt, trickse ich gerne mit einem Wellensaum aus. Da der Rock etwas weiter ist und der Stoff schön schwingt, gibt der Saum nochmal so einen extra Kick dazu. Er ist ein bißchen zippelig geworden, aber das fällt gar nicht weiter auf.
Die kurzen Ärmel haben einen ganz normalen umgeklappten Saum bekommen. Nerven hat mich vor allem der Ausschnitt gekostet. Die Milly kommt mit Tunnelzug und Kordel, was ich für diesen Stoff als nicht passend fand, oder mit Bündchen. Ich wollte aber gerne das Bündchen aus dem selben Stoff haben. Das erste hatte ich zu kurz zugeschnitten und mußte trennen. Das zweite hat in der Länge gepaßt, ist mir aber beim Annähen weggerutscht. Beim Trennen habe ich dann versehentlich in den Stoff geschnitten, genau neben der Nahtzugabe. Nach gründlichem Grübeln habe ich schließlich einfach die Nahtzugabe um einen Zentimeter nach außen verschoben, das Bündchen schön langsam und vorsichtig angenäht und die Nahtzugabe am Ende entsprechend zurückgeschnitten. Der Ausschnitt ist deshalb ein klein bißchen größer als geplant, aber für ein luftiges Sommerkleid immer noch okay.
Genäht habe ich Größe 46, in diesem Stoff hätte vielleicht auch eine 44 gepaßt, aber ich wollte es nicht so sehr eng anliegend. Der Stoff trägt sich sehr schön und fällt einfach klasse. Der Schnitt ist gut durchdacht und schnell nachzunähen, und auch hier habe ich keine Änderungen vornehmen müssen, er hat auf den ersten Versuch gepaßt.