Hose Frau Miko

Hose Frau Miko
Frau Miko

Sie ist fertig. Das ist eine Frau Miko von Studio Schnittreif, und ich entschuldige mich für die grottigen Fotos, aber ich hatte einfach keine Geduld mehr. Aber fangen wir doch besser am Anfang an …

Ich wollte für den Urlaub gerne eine leichte, luftige Sommerhose mit möglichst weiten Beinen, damit nichts an mir klebt. Den Schnitt für die Miko hatte ich schon vor einiger Zeit gekauft und dachte mir, das ist doch genau der richtige. Und Stoff hatte ich auch, eine leichte Viskose, eigentlich gedacht für ein schönes leichtes Kleid, aber wer zieht denn bitte im Sommer ein schwarzes Kleid an? Ich machte mich also fröhlich ans Werk.

die Falten

Kurz gesagt: der Stoff war einfach nicht das richtige für diesen Schnitt, und schwierig zu verarbeiten. Schon beim Zuschneiden rutschte er fröhlich kreuz und quer, wie so ein zappeliges Kind, das auf sein Eis wartet. Anzeichnen konnte ich nur mit Kreide, weil keiner meiner Stifte auf dem Stoff zu sehen war – und bis zum Nähen war die Hälfte der Kreidelinien natürlich schon verwischt. Daß ich dann die Falten zunächst falsch rum gelegt hatte und nochmal aufmachen mußte, habe ich ja durchaus mit Fassung getragen – spiegelverkehrt denken ist offensichtlich nicht meine Kernkompetenz. Richtig verzweifelt bin ich beim Beinlänge anpassen. Ich bin klein, ich muß alles kürzen. In diesem Fall ganze 12 cm von der Originallänge, und dann noch säumen. Der Stoff rutschte beim Abmessen fröhlich herum, und nach dem ersten Säumen waren die Beine unterschiedlich. Ich habe dann einfach den Saum ein zweites mal umgeschlagen und beim längeren Bein einfach dem Umschlag etwas größer gemacht. Ging ja eh nur um einen Zentimeter etwa. Ich glaube, die Beine sind immer noch dezent unterschiedlich, aber es ist mir jetzt so unglaublich wurscht, daß ich gar nicht sagen kann, wie wurscht es mir ist. Ich hatte einfach genug von diesem Projekt und wollte nur noch fertig werden.

Es gibt aber auch Positives. Zunächst mal das Ebook ansich – von guter Qualität, mit sehr guten Erklärungen und klaren Fotos. Der Schnitt ist sehr gut gradiert, selbst ein zu kurz geratener Moppel wie ich sieht nicht aus, als hätte man mich in die Hose reingepumpt. Ich denke, mit etwas Übung kann man die Hose durchaus an einem Tag nähen. Wenn ich sie nochmal nähe, suche ich mir allerdings definitiv einen anderen Stoff aus, der sich nicht so leicht verzieht. Positiv ist auch, daß der Stoff sich sehr schön trägt, die Hose hat praktisch null Gewicht und ist genauso luftig wie erhofft. Allerdings knittert der Stoff schnell, aber pffft, who cares. Ich ziehe sie an und tue einfach so, als ob’s so gehört.

Infobox

Schnitt: Frau Miko von Studio Schnittreif

Größe: XXL

Stoff: Viskose von Tedox, offensichtlich mit etwas Elasthan

Änderungen: Beine um 12 cm verkürzt von der Originallänge

Traveler’s Notebook

Traveler’s Notebook
Da isses, schon in Gebrauch

Von meiner besonderen Beziehung zu Bullet Journals habe ich ja schon mal erzählt. Sie sind irrsinnig praktisch, und viele sind richtige kleine Kunstwerke, aber für mich sind sie nicht so wirklich zielführend. Ein herkömmlicher Kalender ist das aber auch nicht, weil ich da nicht alle Termine auf einen Blick sehe und erstmal rumblättern muß. So kam ich auf die Idee mit einem Traveler’s Notebook. Ich wollte aber nicht so ein schmales Hemd wie die allgemein verbreitete Version, sondern lieber A5, damit ich es mit ganz normalen und kostengünstigen Heften füllen kann. Bevor ich aber Unsummen ausgebe, dachte ich mir, mach doch einfach selber.

... erstmal ausmessen ...

Ich habe jede Menge Jeansreste, und für den ersten Versuch habe ich einfach etwas davon verwurschtelt. Die passende Größe habe ich zunächst mit drei Heften und ein paar Blättern Papier ermittelt und dann direkt auf dem Stoff angezeichnet. Ich habe einfach zwei Stück Jeans ausgeschnitten und rechts auf rechts zusammengenäht.

... nähen, stutzen, verstürzen ...

Nach dem Nähen habe ich die Nahtzugabe mit der Zackenschere zurückgeschnitten und die Ecken mit der glatten Schere zurückgestutzt. So hatte ich nach dem Verstürzen beim Absteppen nicht so viel Stoff unter der Nadel. Jeans wird ja immer gleich so bulky. Nach dem Verstürzen habe ich vorsichtshalber noch noch ein Stück Decovil zwischen die Jeansschichten geschoben und aufgebügelt, es soll ja nicht so labberig werden.

... nochmal ausmessen ...

Anschließend habe ich vorsichtshalber noch mal abgemessen, ob auch wirklich die Menge Hefte reinpaßt, die ich mir vorgestellt hatte. (Spoiler: das dicke Notizbuch habe ich am Ende doch nicht verwendet.)

die Ösen from Hell

Knappkantig abgesteppt und dann … die Ösen from hell. Ich habe keine Lochzange, also mußte ich diesen Lochmacher aus der Packung verwendet, und das Teil ist eher nicht so scharf und ging nicht so glatt durch die zwei Jeanslagen, wie ich gerne gehabt hätte. Und ich brauchte ja stolze elf Ösen (sieben für das Cover und dann noch vier für das Stück Stoff, das den Verschluß bildet bzw das Cover vor dem Gummi außen rum schützt). Immerhin habe ich wieder was gelernt. Unter anderem, daß ich mir vielleicht doch besser eine Lochzange leiste. Irgendwann mal.
Die Gummibänder durchziehen war dann eigentlich nur noch ein Klacks, ich habe mich für schwarzes Gummiband entschieden, weil ich den Stoff auch mit schwarzem Garn genäht und abgesteppt habe.

Dieses TN ist sehr simpel gestaltet, ich wollte nicht viel Zeit in Applikationen oder besticken investieren, weil ich mir nicht sicher war, ob alles so funktionieren würde, wie ich mir das dachte. Für jetzt reicht es sehr gut so, ich habe es heute schon fleißig gebraucht und mag das Prinzip. Nach dem Urlaub werde ich vielleicht noch eins nähen, dann allerdings mit ein paar Änderungen:

  • die beiden Stoffe links auf links zusammennähen und lieber mit buntem Schrägband einfassen
  • nähbare Schabracke als Zwischenlage ausprobieren
  • die Ösen etwas weiter auseinander setzen, auch wenn ich dann das Cover etwas größer nähen muß

Und das werde ich dann wild und bunt dekorieren.

Infobox

Inspiration: DIY Bullet Journal Traveler’s Notebook Style (Youtube)

Größe: Zuschnitt 36 x 25 cm, füßchenbreit abgesteppt

Stoff: Jeansreste

außerdem benötigt: schmales Gummiband, kleine Ösen, Decovil zur Verstärkung

Blüten-Milly

Blüten-Milly
noch eine Milly

Wenn es doch schnell gehen mußte … Ich brauchte wollte gerne ein neues Kleid für eine Zusammenkunft, deshalb habe ich nochmal auf die Milly von Fadenkäfer zurückgegriffen. Diesmal aus einem gut abgelagerten, leichten Baumwolljersey, vor Jahren bei Buttinette erstanden und für „was besonderes“ aufgehoben. Komisch, wie man immer wieder Stoffe „für besonders“ aufhebt, statt einfach was draus zu machen und sich bei jedem Tragen neu zu freuen … Egal. Eigentlich hatte ich tatsächlich noch eine andere Idee für den Stoff, aber da hätte ich erst noch Schnitt kleben, Begleitstoff aussuchen und anpassen müssen, und dazu war ich zu ungeduldig.

in voller Länge

Was ich an der Milly so mag, ist der leicht schwingende Rock, einfach genau richtig für ein Sommerkleid. Was ich nicht so mag, ist jedes Mal rumtüddeln mit dem Halsbündchen. Eigentlich ist ein Tunnelzug vorgesehen, der aber nicht zu diesem Stoff gepasst hätte – und auch nicht zu dem Anlass, zu dem ich das Kleid tragen wollte – und natürlich habe ich nie passenden Bündchenstoff im Haus. Ich habe es auch diesmal wieder hinbekommen, ein Bündchen aus dem Kleiderstoff anzunähen, indem ich den Streifen für den Tunnelzug einfach um etwa 3 cm gekürzt und zum Schlauch zusammengenäht habe. Demnächst möchte ich allerdings mal einen Beleg ausprobieren, das stelle ich mir ordentlicher vor.
Genäht habe ich wieder in Größe 46, so fällt sie einfach weicher um meine Kurven herum.

wieder mal ein Wellensaum

Und natürlich wieder mit Wellensaum, der paßt einfach so gut zu diesem Kleid, finde ich. Außerdem ist er so schön meditativ zu nähen, genau das richtige nach dem Kampf mit dem Halsbündchen. (Der Saum ist nicht so schief, wie es auf dem Bild aussieht, meine Sophie stand nur ungerade.)

kurze Ärmel und schöne Blüten

Für den leichten Stoff natürlich mit kurzen Ärmeln, ich habe eine farblich gut passende leichte Strickjacke dazu für kühle Morgen- und / oder Abendstunden.

Milly 2 war in tatsächlich in zwei Tagen zugeschnitten und genäht, und diesmal habe ich alles bis auf die Säume mit der Overlock genäht. Ohne mich selber loben zu wollen, muß ich doch sagen, ich bekomme langsam etwas mehr Routine mit der Ovi und auch mit dem Kleidung nähen allgemein. Und ich habe mit diesem Stoff tatsächlich schon zum zweiten Mal ein lange gehütetes Schätzchen verarbeitet.

Kleid Amelie (die 2.)

Kleid Amelie (die 2.)

Ich bin Wiederholungstäter …

Amelie 2

Die zweite Amelie (Ebook von Fadenkäfer) ist 2023 aus einem Baumwolljersey von Tedox entstanden, wieder mit langen Ärmeln und wieder ohne Anpassungen. Ich brauchte schnell ein neues Kleid und wußte, dieser Schnitt passt sofort.

die Falte gefällt mir einfach so gut

Dieser Stoff ist ein bißchen fester als der blaue, aus dem ich die erste Amelie genäht hatte, aber er fällt trotzdem sehr schön und trägt sich sehr angenehm. Kurz vor dem Nähen hatte ich meine Overlock bekommen und habe die Nähte alle schön versäubern können, was mir einfach gut gefällt.

langer Ärmel, angenehm warm

Das soll jetzt aber erstmal die letzte Amelie gewesen sein, ich habe noch so viele andere schöne Schnitte, die ich unbedingt ausprobieren möchte. Ich bin aber nach wie vor begeistert von dem Schnitt und der Passform.

Kleid Milly

Kleid Milly
die Milly

Das erste Kleid in 2024 ist eine Milly (Ebook von Fadenkäfer). Sie hat mich ein klein bißchen Nerven gekostet, aber ich mag sie trotzdem. Der Stoff ist ein bi-elastischer Viskose-Jersey, schön leicht und fließend, einfach perfekt für ein Frühlingskleid, und leider weiß ich nicht mehr, woher ich ihn habe, denn so einen hätte ich gerne noch öfter. Er hat sich schön vernähen lassen, obwohl er so elastisch und etwas rutschig ist.

der Wellensaum

Einen so rutschigen Stoff, der sich zwar schön bügeln lässt, aber im Saum nicht freiwillig umgeklappt bleibt, trickse ich gerne mit einem Wellensaum aus. Da der Rock etwas weiter ist und der Stoff schön schwingt, gibt der Saum nochmal so einen extra Kick dazu. Er ist ein bißchen zippelig geworden, aber das fällt gar nicht weiter auf.

der Ausschnitt

Die kurzen Ärmel haben einen ganz normalen umgeklappten Saum bekommen. Nerven hat mich vor allem der Ausschnitt gekostet. Die Milly kommt mit Tunnelzug und Kordel, was ich für diesen Stoff als nicht passend fand, oder mit Bündchen. Ich wollte aber gerne das Bündchen aus dem selben Stoff haben. Das erste hatte ich zu kurz zugeschnitten und mußte trennen. Das zweite hat in der Länge gepaßt, ist mir aber beim Annähen weggerutscht. Beim Trennen habe ich dann versehentlich in den Stoff geschnitten, genau neben der Nahtzugabe. Nach gründlichem Grübeln habe ich schließlich einfach die Nahtzugabe um einen Zentimeter nach außen verschoben, das Bündchen schön langsam und vorsichtig angenäht und die Nahtzugabe am Ende entsprechend zurückgeschnitten. Der Ausschnitt ist deshalb ein klein bißchen größer als geplant, aber für ein luftiges Sommerkleid immer noch okay.

Genäht habe ich Größe 46, in diesem Stoff hätte vielleicht auch eine 44 gepaßt, aber ich wollte es nicht so sehr eng anliegend. Der Stoff trägt sich sehr schön und fällt einfach klasse. Der Schnitt ist gut durchdacht und schnell nachzunähen, und auch hier habe ich keine Änderungen vornehmen müssen, er hat auf den ersten Versuch gepaßt.

Meine Milly verlinke ich jetzt noch beim Kleidung nähen Sewalong 2024 bei Augensterns Welt und beim Creativsalat