Zug-Luft

Zug-Luft

Für den Herrn, der alles hat inklusive Schnupfen:

Zug-Luft

Schatz hat etwas Zug-Luft abbekommen, was sich daran zeigt, daß er eine neue Modelleisenbahn in Spur H0 aufbaut. Was für mich nun überaus praktisch war, denn ich wollte ihn so gerne mit einem besonderen Geschenk überraschen, aber das ist gar nicht so leicht, wenn man neben Tisch, Bett und Leben auch Auto und Konto teilt und jeder immer weiß, was der andere grad gekauft oder bestellt hat. Als ich die Werbung für den Drops-Sale zur Alpaka-Party sah, dachte ich „HA!!“ und bestellte Flora in seinen Lieblingsfarben, schwarz 06 und rot 33. Und dann hab ich heimlich gestrickt, immer, wenn er auf der Arbeit war.

der Anfang - rot auf schwarz
der Anfang - schwarz auf rot
Zug an Zug
sie fahren einmal rundherum

Motive: Die Vorlagen sind gut ausgearbeitet und einfach nachzuarbeiten. Ich habe von der Spitze der Lok aus gearbeitet, weil ich mir unsicher war, wie lang der Schal werden soll. Da die Vorlagen nur 22 Maschen breit sind, habe ich an den Seiten noch Maschen und einen Rand hinzugefügt, so kam ich auf insgesamt 48 Maschen und etwa 20 cm Breite. „Unterwegs“ kam ich dann auf die Idee, statt eines sehr langen Zuges lieber zwei zu stricken, sodaß an jedem Schalende eine Lok ist. So wurde der Schal dann etwa 160 cm lang.

Wolle: Drops Flora war genau die richtige Wahl für dieses Projekt. Sie ist kuschelig, ohne kratzig zu sein, und hat durch den Alpakaanteil einen leichten Halo, läßt sich aber trotzdem problemlos zurückstricken, wenn es denn mal sein muß. Ich glaube, das wird meine Go-To-Wolle für Doubleface, weil sie auch noch leicht und dünn ist (210 m LL auf 50 g, also etwa Sockenwollestärke) und sehr ergiebig. Ich habe nicht gewogen, aber ich denke, ich habe so etwa 80 g pro Farbe verbraucht.

Das war definitiv mein bisher wildestes Projekt! Angefangen habe ich am 31. Oktober, das war ein Freitag, und beendet am 14. November, ebenfalls ein Freitag. Stricken konnte ich nur tagsüber, während Schatz in der Arbeit war, also an insgesamt 11 Tagen. Insgesamt stecken 61.344 Maschen in diesem Schal, ich habe also durchschnittlich etwas über 5.500 Maschen pro Tag gestrickt. Liebe Kinder, macht das bitte nicht nach, es ist tierisch anstrengend! Aber Schatz freut sich super über seinen Zug-Luft-Schal, und das ist die Hauptsache.

Und vielen Dank an meine Stricknadelgirls für’s Anfeuern ♥

Handschuhwetter

Handschuhwetter
Handschuhwetter

Die erste fröstelige Nacht diesen Herbst, also konnten wir auf der morgendlichen Hunderunde endlich die japanischen Handschuhe auspacken. Hier Modell „Obstpflücker“ aus Wollresten.

dank Resteverwertung schön bunt geworden
Lieblingsfarben

Und hier das Modell „Kramtante“

Sockenwollenhandschuhe

Japanische Handschuhe werden vom Daumen aus gestrickt, daher richtet sich auch die Größenangabe nach der Maschenzahl für den Daumen. Wenn man die Konstruktion einmal verstanden hat, ist das Stricken und das Anpassen an die eigenen Hände kinderleicht. Für beide Paare habe ich aber auch ein paar kleine Änderungen gemacht. Die Handschuhe im Buch sind fast alle fingerlos und auch am Daumen offen, aber für unsere Gegend (im Volksmund auch liebevoll „Klein-Sibirien“ genannt) und unsere allgemein eher geringe Frösteltoleranz war mir das einfach zu zugig. Deshalb habe ich bei beiden Paaren eine „echte“ geschlossene Fingerkuppe angestrickt. Den Daumen habe ich mit einem „Disappearing Loop“ nach der Anleitung von Ysolda Teague begonnen. Für meine Handschuhe – 16 Maschen für den Daumen und dünne Sockenwolle – ging das ohne Anpassung, für Steves Handschuhe – 20 Maschen und dickere Wolle – mußte ich tricksen: ich habe zunächst 10 Maschen angeschlagen, eine Runde drüber gestrickt und in der zweiten Runde dann einfach alle Maschen verdoppelt. So ließ sich der Daumenanfang trotz dicker Wolle und vieler Maschen ganz zuziehen.
Meine Handschuhe sind aus Drops Fabel gestrickt, Reste von einem Paar Socken. Für Steves Handschuhe habe ich diverse Reste Lana Grossa Cool Wool verwendet.

Die Handschuhe sind so einfach zu stricken, daß man, wenn man seine passende Größe erst kennt, so ein Paar ohne weiteres an einem Tag oder (für große Hände) an einem Wochenende stricken kann.

Socken

Socken
Socken
Kartopu Fb. SOC-H1001 Electro

Zu den Socken gibt es ehrlich gesagt nicht so sehr viel zu sagen. Ich habe mein eigenes „Rezept“ – Vanillas toe up mit 2 x 12 Maschen Anschlag, Ferse mit verkürzten Reihen und Fersenwand, Schaft immer gleich hoch und Bündchen k2 p2. Sehr simpel, aber sie passen halt auch genau. Und da ich meine selbstgestrickten Socken wirklich täglich trage, sind sie mir so am liebsten, weil kein Muster drücken kann. Die meisten Sockenwollen sind ja eh bunt gemustert und brauchen kein weiteres Muster.

Links: Drops Fabel Fb. 904 „Lavendel“
Rechts: gute Frage … ich weiß nicht mal mehr genau, wo ich die Wolle gekauft habe, es war auf jeden Fall eine Marke, von der ich noch nie zuvor gehört hatte. Sollte ich das Ballband doch noch finden, reiche ich die Info nach. Kartopu Fb. SOC-H1001 Electro

Hameln 2025

Hameln 2025

In dieser Stadt bin ich geboren, aber der letzte Besuch war tatsächlich schon deutlich über 20 Jahre her. Also wirklich Zeit, mal wieder hin zu fahren.

Wir hatten ein gemütliches kleines Ferienhäuschen in Tündern gemietet, mit Feldern gleich nebendran und dem Weserradweg praktisch um die Ecke, somit war die Morgenrunde mit Phastos schon mal gesichert, und er hat das auch sehr genossen.

Hameln 2025

Gleich am Nachmittag nach der Ankunft sind wir in die Innenstadt gefahren und haben uns umgeschaut. Für mich war es sehr spannend zu sehen, was ich wiedererkenne und was mir komplett fremd vorkommt. Und es war auch sehr interessant zu sehen, was sich wie verändert hat. Natürlich sind die bekannten Sehenswürdigkeiten gleich geblieben – das Hochzeitshaus mit dem Rattenfänger – Figurenspiel, das Museum, der Pferdemarkt …

Absolut entzückt war ich über die wunderbar restaurierten und erhaltenen Fachwerkhäuser. Weil: die sind so herrlich schief. Nicht alle, und nicht alle gleich schief, aber jedes hat so seine ganz eigene Persönlichkeit, und tatsächlich habe ich einen Großteil des Urlaubs damit verbracht, freudestrahlend schiefe Häuser zu fotografieren, nicht nur in Hameln, sondern auch in Holzminden. Und weil ich nicht diskriminieren wollte, sind mir auch ein paar gerade Häuser dazwischen gerutscht.

Ausflüge haben wir auch gemacht, und zwar nach …

Bodenwerder

der olle Baron

In der Stadt dreht sich praktisch alles um den „Lügenbaron“, sonst ist eigentlich nix los. Immerhin war das Eis sehr lecker.

Burgruine Polle

Burgruine Polle

Auf den ersten Blick macht die Anlage vielleicht nicht viel her, verglichen mit anderen Burgen oder Burgruinen. Aber es war ein wunderschön friedlicher, ruhiger Ort mit traumhaftem Blick über die Landschaft.

Steinhuder Meer

Ahoi!

Steinhude ist natürlich sehr überlaufen (und die Unterhaltungen, die man so mitbekommt, wenn man mit Kamera in der Hand und Rücken zu den Leuten steht … ich weiß jetzt wesentlich mehr über die Digestion von Fischbrötchen und ihre Relevanz für den Gastrointestinaltrakt, als ich jemals wissen wollte), aber es finden sich doch noch relativ ruhige Orte rund um den See, an denen Mensch und Hund einen Moment verweilen können.

Zum Schluß noch ein Lieblingsfoto vom Phastos:

"Was trinkst du? Kann ich bitte auch?"

Schön war’s. Und eine Woche war auch gerade lang genug. Dank eines supergünstigen Angebots im Stoffgeschäft habe ich mir auch „Souvenirs“ mitgebracht, dazu demnächst mehr. Bleibt nur noch zu sagen:

gute Nacht

Gute Nacht, Hameln. Wer weiß, vielleicht sehen wir uns wieder.