Anleitung gesehen und schockverliebt – das hier wird „To Catch A Mermaid“ von Faye Kennington. Das Muster ist erstaunlich simpel und sehr schnell auswendig zu stricken. Daß sich das ganze trotzdem ziemlich hinzieht, liegt einfach daran, daß jede Masche verschränkt abgestrickt wird. Ja, auch die linken Maschen. Theoretisch könnte man die linken Maschen der Vorderseite auch normal abstricken, die werden später eh fallengelassen, aber auf die paar Maschen kommt es dann auch schon nicht mehr an.
Sorry, ein bißchen unscharf, aber erkennen kann man es trotzdem. Die rechts verschränkten Maschen wirken erhabener als einfache rechte Maschen, was dann später einen schönen Kontrast zu den Fallmaschen ergibt. Fallen gelassen wird aber erst am Schluß – macht ja auch Sinn.
Ich stricke mit BC Alba. Das erste Knäuel ist fast aufgebraucht, und ich habe so das Gefühl, ich werde wohl nochmal nachkaufen müssen. Ist aber auch nicht so tragisch. So oder so wird es noch einige Folgen Downton Abbey brauchen, bis ich Meerjungfrauen fangen gehen kann. Es ist schon ein sehr entschleunigtes Stricken.
Schatz hat etwas Zug-Luft abbekommen, was sich daran zeigt, daß er eine neue Modelleisenbahn in Spur H0 aufbaut. Was für mich nun überaus praktisch war, denn ich wollte ihn so gerne mit einem besonderen Geschenk überraschen, aber das ist gar nicht so leicht, wenn man neben Tisch, Bett und Leben auch Auto und Konto teilt und jeder immer weiß, was der andere grad gekauft oder bestellt hat. Als ich die Werbung für den Drops-Sale zur Alpaka-Party sah, dachte ich „HA!!“ und bestellte Flora in seinen Lieblingsfarben, schwarz 06 und rot 33. Und dann hab ich heimlich gestrickt, immer, wenn er auf der Arbeit war.
Motive: Die Vorlagen sind gut ausgearbeitet und einfach nachzuarbeiten. Ich habe von der Spitze der Lok aus gearbeitet, weil ich mir unsicher war, wie lang der Schal werden soll. Da die Vorlagen nur 22 Maschen breit sind, habe ich an den Seiten noch Maschen und einen Rand hinzugefügt, so kam ich auf insgesamt 48 Maschen und etwa 20 cm Breite. „Unterwegs“ kam ich dann auf die Idee, statt eines sehr langen Zuges lieber zwei zu stricken, sodaß an jedem Schalende eine Lok ist. So wurde der Schal dann etwa 160 cm lang.
Wolle: Drops Flora war genau die richtige Wahl für dieses Projekt. Sie ist kuschelig, ohne kratzig zu sein, und hat durch den Alpakaanteil einen leichten Halo, läßt sich aber trotzdem problemlos zurückstricken, wenn es denn mal sein muß. Ich glaube, das wird meine Go-To-Wolle für Doubleface, weil sie auch noch leicht und dünn ist (210 m LL auf 50 g, also etwa Sockenwollestärke) und sehr ergiebig. Ich habe nicht gewogen, aber ich denke, ich habe so etwa 80 g pro Farbe verbraucht.
Das war definitiv mein bisher wildestes Projekt! Angefangen habe ich am 31. Oktober, das war ein Freitag, und beendet am 14. November, ebenfalls ein Freitag. Stricken konnte ich nur tagsüber, während Schatz in der Arbeit war, also an insgesamt 11 Tagen. Insgesamt stecken 61.344 Maschen in diesem Schal, ich habe also durchschnittlich etwas über 5.500 Maschen pro Tag gestrickt. Liebe Kinder, macht das bitte nicht nach, es ist tierisch anstrengend! Aber Schatz freut sich super über seinen Zug-Luft-Schal, und das ist die Hauptsache.
Und vielen Dank an meine Stricknadelgirls für’s Anfeuern ♥
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