In diesem Monat waren es 10 Bücher, und ich glaube, ich habe tatsächlich alles zuende gelesen, was ich angefangen hatte. Und mit Faith Hogan habe ich eine für mich neue Autorin entdeckt, von der ich möglichst gerne noch mehr lesen möchte.
Gelesen habe ich:
„The Bookshop Ladies“ – Faith Hogan
Ein wirklich gutes Buch. Rundum authentische Charaktere, jeder hat Fehler gemacht und etwas zu bereuen, alle stehen vor tiefgreifenden Veränderungen, und alle finden am Ende Frieden. Eigentlich ist es ein Buch über Freundschaften und über das Zuhören und Mitfühlen, aber zu keiner Zeit sentimental oder so gruselig süßlich. Es gibt noch weitere Bücher über die Ladies von Ballycove, ich freue mich schon aufs Lesen.
„What to Do When Someone Dies“ – Nicci French
Was ich bei den Krimis von Nicci French so mag, ist, daß am Ende wirklich jeder noch so kleine lose Faden aufgedröselt wird. Und es gibt immer mehrere Verdächtige und einen so subtilen Spannungsbogen, daß man als Leser denkt „ja klar, der war’s!“, nur um dann zehn Seiten weiter ins Grübeln zu kommen und jemand anders zu verdächtigen. Schön auch, daß die main Protagonistin so einige schlechte Entscheidungen trifft, das macht es so viel nachvollziehbarer. Vielleicht nicht der stärkste Krimi von Nicci French, aber durchaus lesenswert.
„Das Chalet“ – Ruth Ware
Das ist mal ein temporeicher Krimi! Es fängt harmlos an und endet mit Paukenschlag, sozusagen. Die Story ansich hat gut bekannte Elemente („Then There Were None“ meets klassische Locked Room Mysteries), ist aber doch individuell genug, daß man nicht das Gefühl hat, den x-ten Aufguß eines Klassikers zu lesen. Ein paar der Charaktere waren zwar etwas eindimensional, aber noch im verträglichen Rahmen. Ein Detail hat mich aber doch geärgert, aber weil ich nicht spoilern will, sage ich nur, es war dasselbe Detail wie bei „The Girl on the Train“.
„Zero Days“ – Ruth Ware
Noch ein so ein temporeicher Krimi, aber der war mir fast ein bißchen zu wild und zu hart. Allerdings war die Story in sich schlüssig, und wenn auch manche Details ein bißchen übertrieben wirkten, war es doch auf jeden Fall gute Unterhaltung.
„Sie finden dich nie“ – Cara Hunter
Ein Kind verschwindet. Die Mutter ist gleichgültig und abweisend, der Vater weint Krokodilstränen, und niemand kann sich so recht erklären, was denn da eigentlich passiert ist. Wie sich herausstellt, hat absolut jeder im Umfeld des Kindes, selbst ihre Freundinnen, etwas zu verbergen. Die Geschichte, die sich am Ende entfaltet, ist tragisch – und hat einen sehr unerwarteten Twist ganz am Ende. Ich hab’s genossen.
„Kreidemord“ – Katharina Peters
Ein weiterer Rügen-Krimi. Ich glaube, ich habe jetzt alle aus der Reihe um Romy Beccare gelesen, es sind nicht nur solide ausgearbeitete Krimis, sondern ich lese sie auch gerne wegen des Lokalkolorits (ja, ich liebe Rügen einfach). Ich mag auch die Dynamik zwischen den Charakteren.
„In the Dark“ – Cara Hunter
Cara Hunters Bücher sind Kriminalgeschichten im Schachtelsatzformat, und ich habe auch dieses wieder sehr genossen. Die Geschichte ansich ist vielleicht gar nicht so stark, aber die sehr individuellen Charaktere und das Warten auf den nächsten Plottwist machen sie einfach spannend. Jetzt warte ich auf die nächsten Folgen dieser Serie.
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Gehört habe ich:
„Das Glück der Geschichtensammlerin“ – Sally Page
Es beginnt etwas langsam, mit einer Protagonistin, die irgendwie hilflos und verloren wirkt und die man ein bißchen schütteln möchte, damit der Groschen fällt, aber im Laufe der Geschichte macht sie eine grandiose Entwicklung durch. Überhaupt sind alle Charaktere sehr authentisch, wenn auch nicht alle unbedingt liebenswert, aber so ist es im richtigen Leben ja auch. Sehr gut gefallen hat mir auch das Ende – Happy Ending mit nicht ganz so glücklichen Elementen, auch wie im echten Leben. Definitiv eine Hörempfehlung.
„One of the Girls“ – Lucy Clarke
Interessant ist an dieser Geschichte, daß es neben dem eigentlichen Erzählstrang – wobei ziemlich jede Situation aus Sicht jeder Beteiligten geschildert wird, inklusive deren Gedanken und Hintergrund – eine „Stimme aus dem Off“ gibt, die kleine Teaser zum weiteren Verlauf einstreut. Das klingt jetzt komplizierter, als es beim Hören ist. Es gab also Hinweise darauf, was passiert, wie es passiert, aber nicht wem es passiert – und das war dann tatsächlich der überraschende Twist am Ende. Nicht jedes der „Girls“ ist besonders liebenswert und nett, aber alle handeln absolut folgerichtig und authentisch von ihrer jeweiligen Position aus. Klare Hörempfehlung.
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Sachbücher:
„Jenseits von Hygge“ – Karin Olsson
Hoppla, was war das denn? Ich war neugierig auf das Buch, weil Hygge ja eigentlich so viel mehr ist als Kerzen, Zimtschnecken und ein Internet-Hype, und es gibt ja auch eine skandinavische (Lebens)Welt jenseits von Skandi-Chic und Ikea. Dieses Buch allerdings … es besteht hauptsächlich aus Wiederholungen, Catchphrases, schlechter Grammatik und peinlichen Namensfehlern (in der Lektion zum Thema „Loslassen“: als Evas Mutter starb, mußte Anna das Haus ausräumen – da hat jemand aber gründlich die offensichtlich geänderten Namen losgelassen …). Das Buch schwankt zwischen Bullerbü für Erwachsene und Rosamunde Pilcher hin und her, und alles wirkt unglaublich fake. Um fair zu sein: man kann den einen oder anderen Gedankenanstoß für sich selbst mitnehmen, aber das Buch ansich bietet nichts Neues oder Tiefgreifendes.
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Eine bessere Bilanz als erwartet. Im März wird es eher wieder weniger, denn der Frühling kommt und ich will unbedingt Gemüse vorziehen. Außerdem habe ich einiges an Nähplänen. Vielleicht landen also ein paar Garten- und Nähbücher auf dem Stapel.

